Was ist ein Hochhausleitbild?
Einführung ins Thema: warum Regeln und Prinzipien überhaupt gebraucht werden, damit sich Anforderungen formulieren und umsetzen lassen.
Hochhausleitbild Berlin
Hochhäuser sind mehr als Höhe. Sie können Orte sein, die Menschen stärken – ökologisch autark, sozial tragfähig und wirtschaftlich tragbar. Ein Prototyp für Berlin und für Städte, die weiterdenken wollen.
Kurzvorstellung
Geboren in den Weiten Russlands, in einer Stadt, die mein Urgroßvater einst mitgegründet hat, führte mich mein Weg 1999 als Wolgadeutsche zurück nach Deutschland.
Diese Reise war mehr als nur eine Veränderung des Wohnorts; sie war eine Metamorphose, die mir früh Selbstständigkeit und Eigenverantwortung lehrte. Heute bin ich ein leidenschaftlicher Real Estate Project Managing Partner (M. A.) mit Schwerpunkt nachhaltige Stadtentwicklung.
„Ziel ist nicht nur, ein Gebäude zu entwickeln, sondern eine neue urban-ökonomisch-kulturelle Haltung.“
Kurzfilm · Forschungsmethode
Ein Kurzfilm von rund viereinhalb Minuten – nicht als Beiwerk, sondern als eigenständige Forschungsmethode neben der schriftlichen Arbeit. Er verbindet zwei Welten, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen: Schamanismus und Hochhausplanung.
Hochhäuser in Berlin: Alexander Capital Tower erklärt
Film auf YouTube ansehen · rund 4:30 Minuten
Der Film öffnet in einem neuen Fenster auf YouTube. Diese Seite bindet kein Video ein und stellt von sich aus keine Verbindung zu Google her – das Vorschaubild liegt auf unserem eigenen Server.
Reine Fachtexte stoßen an Grenzen, wenn es darum geht, eine Lücke im System erfahrbar zu machen. Bilder, Musik und persönliche Ansprache erreichen Menschen auf einer anderen Ebene.
Einführung ins Thema: warum Regeln und Prinzipien überhaupt gebraucht werden, damit sich Anforderungen formulieren und umsetzen lassen.
Der Kontext am Beispiel des früheren Monarch Tower – Leitbild, strategische Stadtentwicklung und Planungssicherheit zusammengedacht.
Die Forschungsfrage: ökologisch erneuerbare Energie und naturnahe Innenräume, ökonomisch Planungssicherheit für Gesellschaft und ESG-Investoren, sozial die Menschen selbst.
Der unbewusste Konflikt: ein Leitbild, das nicht länger Symptome verwaltet, sondern an der Ursache ansetzt – und dabei wirtschaftlich tragfähig bleibt.
Ein zeitlicher Perspektivwechsel: erzählt, als wäre die Zukunft bereits Gegenwart und unsere Gegenwart die Vergangenheit.
Projektanfrage
Vom Vortrag über die Projektberatung bis zum gemeinsamen Reallabor – jede Form beginnt mit derselben Frage: Was macht ein Gebäude für die Menschen darin wirklich wertvoll?
Für Immobilienunternehmen, Verwaltungen, Hochschulen und Fachkonferenzen – wissenschaftliche Tiefe verbunden mit emotionaler Wirkung, gesellschaftlicher Relevanz und persönlicher Erfahrung.
Begleitung von Projektentwicklern, Investoren, Kommunen und Architektenteams bei Hochhäusern, Quartieren und sozialen Stadtprojekten.
Interdisziplinäre Projekte, die Stadtentwicklung, Gesundheit, Nachhaltigkeit, Kultur und Forschung zusammenführen – mit Städten, Hochschulen und Investoren.
Beschlossen am 25. Februar 2020
Ein stadtplanerisches Rahmenkonzept mit zehn Planungsgrundsätzen. Es gilt für Gebäude, die ihre Nachbarschaft um mehr als 50 % überragen, und dient in Bebauungsplanverfahren als Abwägungsdirektive.
Das Leitbild setzt übergeordnete Vorgaben und Qualitätsstandards, damit neue Türme städtebaulich verträglich, architektonisch hochwertig und zukunftsfähig entwickelt werden. Zentral ist dabei, dass Hochhäuser einen Mehrwert für die Allgemeinheit bieten und sich ins Stadtbild integrieren. Bei jeder Planung sollen die soziale Nutzung vor Ort, die Infrastruktur, das Stadtklima und die Beteiligung der Nachbarschaft berücksichtigt werden.
Räumlich konzentriert sich Berlin auf fünf Hochhaus-Cluster. Außerhalb dieser Bereiche sollen Türme nur im Ausnahmefall entstehen. Durch die Bündelung und klare Qualitätsvorgaben erhofft sich die Stadt eine flächensparende Innenverdichtung und neuen Wohnraum an gut erschlossenen Knotenpunkten.
Menschen pro Hektar im Vergleich – die Zahlen relativieren den vermeintlichen Vorteil bloßer Höhe.
Der Unterschied zwischen der niedrigsten und der höchsten Bauweise beträgt weniger als zwei Prozent. Dichte allein ist kein Garant für Wohnraumversorgung.
Als Steuerungsinstrument wird das Leitbild grundsätzlich geschätzt, bislang wurde jedoch kaum ein großes Hochhausprojekt tatsächlich nach diesen Vorgaben realisiert. Anfang 2023 befanden sich laut Senatsverwaltung etwa 50 Hochhaus-Projekte in Planung, davon fünf über 100 m Höhe – fertiggestellt wurde noch keines unter Anwendung des Leitbilds.
Der seit 2023 amtierende Senat hat angekündigt, das Hochhausleitbild zu evaluieren und weiterzuentwickeln; perspektivisch soll ein umfassender Hochhausentwicklungsplan entstehen. Gleichzeitig wird eine markantere Skyline gefordert und über flexiblere Bauregeln diskutiert.
Kritiker wie der Berliner Mieterverein wenden ein, dass Hochhäuser aufgrund hoher Baukosten kaum bezahlbaren Wohnraum bringen können. Oft entfällt über die Hälfte der Flächen auf Büros oder Gewerbe, während weniger als ein Drittel als Wohnungen geplant ist. Je höher ein Gebäude, desto teurer der Bau; zur Refinanzierung werden häufig luxusorientierte Nutzungen gewählt, was soziale Wohnkonzepte erschwert.
Das Leitbild versucht dem zu begegnen, indem es Mischnutzungen vorgibt – beispielsweise mindestens 30 % Gemeinwohlflächen in vorwiegend gewerblichen Türmen – und den öffentlichen Mehrwert betont. Auch diese Vorgabe wird kontrovers diskutiert, da hochpreisiger Wohnraum selbst bei Quoten nicht automatisch zu sozialverträglichen Mieten führt.
Zusammenfassend ist das Hochhausleitbild 2020 ein wichtiger Schritt, um Hochhäuser in Berlin nachhaltiger und städtebaulich verträglicher zu gestalten. Es liefert einen Rahmen aus Zielen – Nachhaltigkeit, Gemeinwohlorientierung, Partizipation – und Verfahren. Zugleich bleibt die Umsetzung dieser Ansprüche eine Herausforderung.
Nachhaltige Stadtentwicklung
Integrierte Planung und Gestaltung von Städten unter gleichzeitiger Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Ziele.
Klimaschutz, Ressourcenverbrauch und Umweltqualität. Berlin hat sich gesetzlich verpflichtet, bis 2045 klimaneutral zu sein; das Klimaschutz- und Energiewendegesetz verankert −70 % CO₂ bis 2030 und erklärt Klimaschutz zur Daueraufgabe.
Eine widerstandsfähige Wirtschaft, die langfristig tragfähig ist und gute Beschäftigung sichert, ohne die Lebensgrundlagen zu zerstören. Wachstum wird gefördert, aber qualitativ gesteuert.
Gerechte Lebens- und Teilhabechancen für alle Bevölkerungsgruppen. Bezahlbares Wohnen steht weit oben auf der Agenda, ebenso der Ausbau sozialer Infrastruktur in wachsenden Quartieren.
Klimaschutz, Wirtschaftsentwicklung und Sozialpolitik sollen Hand in Hand gedacht werden.
Rahmenbedingungen Berlin
Der anhaltende Bevölkerungsanstieg verschärft den Druck auf den ohnehin knappen innerstädtischen Wohnraum – bei gleichzeitig ambitionierten Klimazielen und angespannter Haushaltslage.
Der Senat bekennt sich zur Nutzung der Baugebietskategorie „Urbanes Gebiet“ für flexible, dichte Wohnformen. Dieses 2017 ins Baugesetz eingeführte Gebiet erlaubt eine Mischung von Wohnen und Gewerbe bei höheren Lärmgrenzwerten – ideal für urbane Quartiere und eine effizientere Flächennutzung.
Hochhäuser werden dabei als ein Baustein gesehen, um den Wohnungsneubau voranzubringen, aber nicht um jeden Preis. Das Ziel bleibt: bis zu 20.000 neue Wohnungen pro Jahr, davon bis zu 5.000 Sozialwohnungen, also rund 25 % aller Neubauwohnungen.
Die Realität zeigt eine deutliche Lücke: 2022 wurden lediglich etwa 1.730 geförderte Sozialwohnungen fertiggestellt. Berlin plant daher, die Förderkonditionen zu verbessern – die Fördermittel für sozialen Wohnungsbau werden auf 1,5 Mrd. € jährlich verdoppelt – und notfalls über die landeseigenen Wohnungsunternehmen selbst als Bauherr aufzutreten.
Die Politik setzt auf soziale Durchmischung in neuen Quartieren und will verhindern, dass ganze Areale als Luxusenklaven entstehen. Am Alexanderplatz sollen keine reinen Luxuswohnungen mehr gebaut werden.
Auf dem Grundstück am Alexanderplatz war ein Wohnturm geplant. Investor war die russisch-armenische Monarch Group.
Aufgrund geopolitischer Entwicklungen wurde das Kapital des Investors in Europa eingefroren, die Baustelle kam zum Erliegen.
Der Senat verhängte die Strafe wegen Nichteinhaltung der Bauverpflichtungen.
Da nicht gezahlt wurde, erhöhte der Senat die Strafe und leitete ein Zwangsvollstreckungsverfahren ein.
Gemäß Kaufvertrag könnte Berlin das Areal zum Verkehrswert von 2019 zurückkaufen. Die Finanzverwaltung betont das hohe Interesse an einer schnellstmöglichen Bebauung.
Was als Problem begann, kann zur Chance werden: ein städtisches Hochhausprojekt mit Vorbildcharakter an prominenter Stelle.
Prototyp · SchamAnen Tower
Welche ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen muss ein Hochhausleitbild erfüllen, damit es als strategisches Planungsinstrument zur resilienten Stadtentwicklung in Berlin beiträgt?
Im Kern steht der Entwurf eines neuen Hochhausleitbilds mit dem Namen „Vertikale Resilienz“ – ein prototypischer Ansatz, der Hochhäuser als strategische Instrumente einer nachhaltigen und resilienten Stadtentwicklung neu denkt. Veranschaulicht wird er am bislang unvollendeten Alexander Tower, früher Monarch Tower, der als „SchamAnen Tower“ ein neues Nutzungskonzept erhält.
Der Name ist kein esoterisches Konzept, sondern eine Metapher für eine Neuausrichtung: weg vom rein kommerziellen Luxusprojekt, hin zu einem Leitbild, das Resilienz, Heilung und nachhaltige Stadtentwicklung in den Mittelpunkt stellt. Als Bild erfüllt sie drei Aufgaben – sie übersetzt komplexe Ziele in verständliche Sprache, sie strukturiert Planung und Betrieb entlang wiederkehrender Muster, und sie lässt sich in überprüfbare Kriterien übersetzen: biophile Indizes, Gesundheits-Kennzahlen, Effekte sozialer Netzwerke – kombinierbar mit bestehenden ESG-Kennzahlen.
Das Nutzungskonzept verteilt die Geschossfläche auf zehn Zonen, gegliedert in Unterwelt, Mittelwelt und Oberwelt. Unten die Wurzelarbeit und die Grundversorgung, in der Mitte das Wohnen und Lernen, oben Gemeinschaft, Erholung und die Versorgung des Hauses mit Energie und Lebensmitteln.
Oberwelt
Mittelwelt
Unterwelt
Die Wohnungen sind bewusst schlicht gehalten: viel Holz, viel Licht, wenig Ablenkung. Die runde äußere Architektur lädt im Innern dazu ein, den Fokus auf das Bewusstsein zu richten statt auf das Materielle. Bilder aus dem Film.
Ziel ist ein Hochhaus, das im Einklang mit natürlichen Prozessen steht und in zentralen Bereichen ein hohes Maß an Autarkie erreicht – nicht nur technokratisch, sondern als Ganzes ein Teil der Natur.
Im Erdgeschoss versorgt ein kleiner Markt Bewohnerschaft und Nachbarschaft mit dem täglichen Bedarf – ausschließlich nachhaltige, gesunde, vorzugsweise pflanzliche und lokal erzeugte Produkte.
Ganz oben entsteht eine Stadtlandwirtschafts-Zone: Dachgarten und Gewächshausmodul für Obst, Gemüse und Kräuter, bewirtschaftet in geteilter Verantwortung.
Zwei Resilienz-Zonen, die sich ergänzen: unten die Versöhnung mit der Vergangenheit, oben die Ausrichtung auf eine sinnvolle Zukunft – beide verankert in einem achtsamen Hier und Jetzt.
Wie stärkt ein Hochhaus die Menschen, die darin leben und arbeiten – mental, körperlich, emotional und gemeinschaftlich? Die Bewohnerschaft wird nicht als Mieterschaft verstanden, sondern als lernende Gemeinschaft.
Über rund fünfzehn Monate durchlaufen die Bewohnerinnen und Bewohner vier aufeinander aufbauende Module: psychosoziale Kompetenzen, Resilienztraining, Stadtökologie und soziale Innovation. Wer die Ausbildung abschließt, wirkt nicht nur im Haus, sondern trägt das Gelernte als Multiplikator in andere Lebensbereiche.
Direkt nach dem Einzug: vier halbtägige Workshops, je rund 90 Minuten, in Gruppen von höchstens zwanzig Personen. Themen sind Biografie, innere Muster und Resilienz-Grundlagen.
Fünf Monate, fünf Module, jeweils vier Tage. Transformatorisches Lernen, innere Reife und nachhaltiges Verhalten – aufbauend auf der Einzugswoche.
Fünf Monate, fünf Module, jeweils vier Tage. Die Bewohnerschaft wird befähigt, andere Menschen und sich selbst durch Krisen zu begleiten.
Übertragung in Stadtgesellschaft und Arbeitswelt: Multiplikatoren für resiliente Führung, nachhaltiges Arbeiten und gemeinschaftlichen Wandel.
Die vier Stufen greifen ineinander: Resilienzmanagement in den Stufen 1 und 2, Nachhaltigkeitsmanagement in den Stufen 3 und 4 – überspannt von einem durchgehenden Heilungsmanagement. Nach dem Abschluss können die Absolventinnen und Absolventen im Tower weiterwirken oder neuen Bewohnern Platz machen und in der Stadt tätig werden. Dieses rotierende Modell erzeugt einen fortlaufenden Wissensfluss vom Haus in die Stadtgesellschaft.
Mehr Geld mit Frieden.
Der Tower wird nach den klassischen Regeln der Immobilienprojektentwicklung realisiert – Standortanalyse, Konzeptentwicklung, Verwertung. Der Senat könnte das Grundstück nach einem Rückkauf einbringen; nach Fertigstellung geht das Haus an ESG-Investoren und wird über einen Managementvertrag geführt. Um Gemeinwohl und Renditeerwartung zu verbinden, ist die Rechtsform einer Stiftung GmbH & Co. KG vorgesehen: Die Stiftung ist der soziale und ökologische Anker, die Kommanditgesellschaft schafft eine transparente Beteiligungsstruktur.
Wertschöpfung entsteht nicht primär durch Konsum, sondern durch Bewusstsein: Persönlichkeitsentwicklung, Selbstreflexion und gemeinsam getragene Werte.
Eine zunehmend digitale Gesellschaft lebt von Datenoffenheit – und löst zugleich Angst, Scham und das Gefühl von Kontrollverlust aus.
Gemeinsam vereinbarte Hausregeln schaffen Stabilität und Balance – ausgerichtet an natürlichen Rhythmen statt an Verwaltungslogik.
Kontakt
Keynotes, Beratung und Kooperation zu ESG, Vertikaler Resilienz, Architektur und resilienter Stadtentwicklung – Projekte, die Menschen und Städte stärken.